Die Geschichte der Handtasche

July 19, 2009 by Baerbel  
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Ganz gleich ob lässig, bunt, klassisch oder verspielt, ob über die Schulter gehangen oder unter den Arm geklemmt, kaum eine Frau ist ohne Handtasche unterwegs. Während Männer wenn nötig auf Rücksäcke oder Umhängetaschen zurückgreifen, schwören Frauen auf ihren unentbehrlichen tragbaren Hausstand. Geldbörsen, Taschentücher, Kosmetik, Papiere oder Handys verschwinden in den neuesten Kreationen der Taschenindustrie.

Obwohl Handtaschen vorrangig einen praktischen Zweck verfolgen, sind Farbe, Material und Design keine Grenzen gesetzt. Aber das war nicht immer so. Die Geschichte der Handtasche reicht weit zurück und begann recht unspektakulär. Im Mittelalter trugen die Frauen ihre Habseligkeiten am Gürtel, später dann in Taschen, die in die Röcke eingenäht waren. Die Entstehungsgeschichte der Handtasche in ihrer heutigen Form begann im 18. Jahrhundert, als die Mode raffiniertere Akzente bekam und die Schnitte eng anliegender gearbeitet wurden. Die allerersten Handtaschen ließen gerade Platz für ein Taschentuch und ein Fläschchen Riechsalz. Meist aus Seide war der Pompadour-Beutel, welcher keinen festen Boden besaß und sich mit Schnüren zusammenziehen ließ.

Ein wahrer Modeartikel zu werden begannen Handtaschen erst Ende des 19. Jahrhunderts, als französische Modeschöpfer diese Marktlücke entdeckten und anfingen, mit Materialien und Formen zu experimentieren. Als erste “Design-Stücke” lassen sich die prächtig bestickten Gobelin Taschen bezeichnen. Um 1930 kamen die ersten Umhängetaschen auf den Markt. Ab 1950 zeigte Frau sich mit Nylon- oder PVC Taschen. In den 1970iger Jahren fertigten Edeldesigner wie Joop oder Bogner ihre ersten unverwechselbaren Stücke. Handtaschen aus Krokodil- oder Schlangenleder dürfen seit dem Artenschutz Abkommen von 1976 nicht mehr produziert werden. Rare noch vorhandene Exemplare erzielen auf Auktionen horrende Summen. Als Alternative gilt ähnlich strukturiertes Rindsleder.

Handtaschen sind ein Stück Zeitgeschichte und prägen ihre Trägerinnen. Seit Grace Kelly nebst Handtasche 1956 auf dem Cover der “Life” erschien, ist die Kelly Bag legendär. Die Medienlandschaft der 1980iger Jahre wurde entscheidend mitbestimmt durch die britische Premierministerin Margaret Thatcher. Prägend für eine ganze Generation der Damen von Welt wurden Frau Thatchers Handtaschen. Kult ist auch die Smiley Tasche von Moschino.

Als die Handtaschen ihren Siegeszug antraten, begann auch die Geburtsstunde ihrer vielen berühmten Hersteller.  In Frankreich waren das Namen wie Hermès und Louis Vuitton, in Italien Prada, Fendi, oder spätestens seit 1947, als er seine Bambushandtaschen entwarf auch Gucci. Das berühmte “Nova Check” Muster steht für den englischen Markführer Burberry. Lulu Guinness machte sich einen Namen mit verspielten Formen und gewagten Farben ihrer Taschenmode. In Deutschland eroberten Mädler, Goldpfeil und Aigner den Markt. Gegenwärtig dominieren Bree aus Hamburg und Picard aus Obertshausen. Wer die Geschichte der Handtaschen live verfolgen möchte, kann das im einzigen Handtaschenmuseum in Amsterdam tun. In einem historischen Gebäude an der Herengracht sind 3500 Exemplare zu bestaunen. Auch angesagte Designer stellen in wechselnden Ausstellungen ihre Kreationen zur Schau.

Luis Vuitton Handtaschen

July 19, 2009 by Baerbel  
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Louis Vuitton wurde am 4. August 1821 im französischen Cons-le-Sannier geboren. Bereits als Dreizehnjähriger zog es ihn in die Welt und er verließ die Heimat um sich auf den Weg in die französische Hauptstadt Paris zu begeben. Nach seiner Ausbildung beim Pariser Kofferhersteller Monsieur Marechal wurde der junge Koffermacher im Jahre 1954 zum persönlichen Koffermacher der Kaiserin Eugenie ernannt und gründete daraufhin seine Firma mit dem Namen Louis Vuitton Company. Bereits nach wenigen Jahren hatte sich Vuitton einen so guten Namen gemacht, dass sein Kundenkreis immer mehr wichtige Persönlichkeiten aus der ganzen Welt umfasste. So bestellten bereits 1869 der Khedive von Ägypten, Großherzog Nikolas, später Zar von Russland und König Alphonse XII von Spanien verschiedene Koffer und Taschen bei dem französischen Handwerker. Dessen Produkte galten nicht nur als äußerst hochwertig, sondern auch als ideenreich und innovativ. So erfand er unter anderem als erster die Truhe mit einem flachen Deckel. Bisher waren Gepäcktruhen in aller Regel mit einem zwar dekorativem, aber unpraktischem abgerundetem Deckel ausgestattet. Die scheinbar einfache Idee von Louis Vuitton erlaubte jedoch nun das Übereinanderstapeln der Gepäckstücke. Zudem bespannte er die Truhen außen mit Stoff, so dass sie nicht nur attraktiver aussahen, sondern der Inhalt auch besser vor Feuchtigkeit und Schmutz geschützt war. Um diese Idee zu schützen, ließ der Sohn von Vuitton, Georges, den Stoff bald mit einem einzigartigen Muster bedrucken, das unter anderem die Worte „Louis Vuitton, marque deposée” trug. Der weltweit erste Markenartikel mit sichtbarem Namen war geboren. Zur zweiten wichtigen Innovation und damit auch zur Grundlage des steigenden Erfolges der Marke Louis Vuitton gehörte zudem die Erfindung der bis heute verwendeten Kofferschlösser, die auch bei ganzen Gepäcksets nur einen einzigen Schlüssel benötigen. Im Jahr 1892 eröffnete der Sohn des Firmengründers dann die erste Filiale der Firma in den Vereinigten Staaten von Amerika. Wenige Jahre danach, 1896, entwickelte Georges Vuitton dann das bis heute weltbekannte Logo der Marke, welches nicht nur auf fast allen Gepäckstücken zu finden ist, sondern auch die Marke bis heute einzigartig vertritt. Der Sohn schuf das Muster aus den Initialen L und V zu Ehren seines im Jahr 1892 verstorbenen Vaters. Jenes Monogram schmückt aber inzwischen nicht mehr nur Taschen und Koffer, sondern findet sich auch auf Kleidung, Uhren, Juwelen und anderen Accessoires. Trotz dieser einzigartigen Erfindungen, die unter anderem auch dazu dienten, dem immer wieder um sich greifenden Markenraub Einhalt zu gebieten, gehören Louis Vuitton-Taschen bis heute zu den meistgefälschten Markenprodukten der Welt. Inzwischen ist Louis Vuitton von der Marke zur Luxusmarke geworden und wird in einem Atemzug mit Namen wie Rolex oder Cartier genannt. Das Unternehmen wird bis zum heutigen Tage in Familientradition geführt und ist seit 1987 Teil des französischen Luxusgüterkonzerns Louis Vuitton Moët Hennessy, der sich aus dem Kofferhersteller, dem Champagerproduzenten Moët et Chandon und dem Cognachersteller Hennessy zusammensetzt. Es gibt heute über 350 Louis Vuitton-Geschäfte in 54 Ländern auf der ganzen Welt, die einen derart großen Erfolg haben, dass der Konzern inzwischen jährliche Zuwachsraten von bis zu 60 Prozent verzeichnen kann. Seit 1983 ist Louis Vuitton zudem Namensgeber für das Qualifikationsrennen des weltbekannten Americas Cup.

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July 16, 2009 by Baerbel  
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